„Leuchtturm“ schafft Chancen

Dornbirner Bildungsprojekt „Leuchtturm“ schafft Chancen und Gleichheit

Studie der Fachhochschule Vorarlberg bescheinigt dem Projekt „Leuchtturm – Hauptschulabschluss jetzt“ eine vorbildliche Integrationswirkung

Dornbirn. Jugendliche ohne Plichtschulabschluss erhalten durch das Projekt „Leuchtturm“ eine reale zweite Chance. Dies gilt überraschenderweise für alle Teilnehmer/innen gleichermaßen, also zum Beispiel unabhängig von deren Alter, Geschlecht oder migrantischem Hintergrund. Damit leistet das Projekt der Dornbirner Jugendwerkstätten (DJW) auch einen wichtigen Beitrag zur Integration, zumal drei Viertel der derzeit 50 Teilnehmer/innen des Projekts einen Migrationshintergrund aufweisen. Das ist ein Ergebnis eines Forschungsprojekts der Fachhochschule Vorarlberg unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. (FH) PD Dr. Frederic Fredersdorf, welches heute (18. 12. 2015) veröffentlicht wird.

„Die Chancengleichheit für alle Teilnehmer/innen am Projekt ist ein überraschendes, aber sehr erfreuliches Ergebnis der Studie. Denn die Studienautoren waren aufgrund der allgemeinen Forschungslage bei ihren Hypothesen genau vom Gegenteil ausgegangen. Demnach gibt es keine Diskriminierungen beim Zugang zum Projekt, während der Teilnahme oder in Bezug auf die Chance, den Hauptschulabschluss erfolgreich nachzuholen“, sagt Elmar Luger, Geschäftsführer der Dornbirner Jugendwerkstätten. Statistisch mittels einer Vollerhebung überprüft wurden Diskriminierungstendenzen aufgrund des Alters, des Geschlechts, des Migrationshintergrunds oder zusätzlicher Belastungen wegen Elternschaft oder Berufstätigkeit.

„Leuchtturm“ bietet optimales Lernumfeld

Die ermittelte Chancengleichheit hängt wohl auch mit den hohen Zufriedenheitswerten zusammen, welche das Projekt „Leuchtturm“ bei den befragten Teilnehmer/innen erzielt. Sie erleben insbesondere die Unterrichtsgestaltung von Projektleiterin Mag. Elisabeth Schwendinger und die flexiblen Unterrichtszeiten als sehr positiv. Dabei ist auffallend, dass sich die Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen weder überfordert noch unterfordert fühlt, was auf die optimale Qualität und Quantität der Lerninhalte und deren Vermittlung hinweist. Sie empfinden den Unterricht als vielfältig, fühlen sich in der Gruppe wohl und heben unter anderem auch die Prüfungsvorbereitungen und die Möglichkeiten zum Gespräch über Persönliches positiv hervor.

„Mein Ziel ist es, den Schüler/innen ein positives und offenes Lernumfeld zu bieten, in dem sie sich wohl fühlen sowie ernst genommen und dort abgeholt werden, wo sie zum Zeitpunkt des Projekt-Einstiegs stehen. Mir ist es sehr wichtig, auf die Schüler/innen einzugehen, um sie individuell auf ihrem Weg zum Pflichtschulabschluss zu unterstützen. Ich freue mich sehr über das Ergebnis. Denn es zeigt, dass sich die Schüler wohl fühlen und nach ihren Aussagen in ausgewogenem Maße sowohl gefördert als auch gefordert werden und so ihr Ziel erreichen können. Ebenso erfüllt mich mit Freude und Stolz, dass sich das Projekt laut Studie durch Chancengleichheit und Gleichbehandlung auszeichnet und auch abhebt“, so Projektleiterin Elisabeth Schwendinger.

Empfehlung zum Ausbau des Angebots

Für die Studienautoren steht die Bedeutung des Hauptschulabschlusses als fundamentale Voraussetzung für den Erfolg im späteren Berufsleben außer Zweifel. Sie empfehlen daher, das Angebot von „Leuchtturm“ zu forcieren und auszubauen. Es brauche neben der Chan­cen­gleichheit auch einen fachlichen Blick auf Menschen, die keinen klaren line­aren Bil­dungs­weg eingeschlagen haben und für eine Ausbildung mehrere Versuche benötigen: „Durch den Hauptschulabschluss beim Projekt ‚Leuchtturm‘ be­kommen die Teil­neh­mer/innen die Möglichkeit, sich von der Belastung der Prekarität und der Marginalisierung zu lösen sowie den Versuch zu unternehmen, durch zusätzliche Ausbil­dungen im ersten Arbeits­markt Fuß zu fassen.“

Für den wissenschaftlichen Leiter der Studie, Frederic Fredersdorf von der Fachhochschule Vorarlberg, sind die Erkenntnisse der Forschungsarbeit „für die Dornbirner Jugendwerkstätten bedeutsam, um daraus weiterführende Tätigkeiten ableiten zu können.“ Insgesamt haben die von ihm angeleiteten sieben Studierenden des Masterstudienganges „Interkulturelle Soziale Arbeit“ 50 Teilnehmer/innen und 12 Absolvent/innen im Alter von 16 bis 41 Jahren befragt. Als Gründe für die Teilnahme am Projekt „Leuchtturm“ gaben 80% den Hauptschulabschluss, 55% die Ausbildung und 42% den Job an, während sich 73% eine Lehrstelle, 32% eine Arbeitsstelle und 27% Allgemeinbildung vom Nachholen des Abschlusses der Pflichtschule erwarten.

Projekt „Leuchtturm“ leuchtet seit über 21 Jahren

Die Dornbirner Jugendwerkstätten engagieren sich mit dem Projekt „Leuchtturm“ seit über 21 Jahren für den Hauptschulabschluss im zweiten Bildungsweg. Fachlich und prüfungstechnisch unterstützt werden sie dabei von Direktor Christian Purin von der Dornbirner Mittelschule Lustenauerstraße sowie Pflichtschulinspektor Arno Wohlgenannt. Gefördert wird das Projekt vom AMS Vorarlberg, dem Land Vorarlberg und der Stadt Dornbirn. Das Mindestalter für die Teilnahme liegt bei 16 Jahren. Gelernt wird in einer Gruppe, die sich für zehn Stunden pro Woche in Dornbirn trifft, wobei ein Viertel der befragten Absolvent/innen bis zu einem Jahr, die Hälfte bis zu zwei Jahre und ein weiteres Viertel bis zu vier Jahre für den Abschluss brauchen.

Bildunterschriften bzw. Zitate von am FHV-Forschungsprojekt beteiligten Studierenden:

Martin Greber:

„Hervorzuheben ist, dass ‚Leuchtturm‘ essenziell für die Chance auf eine weitere Ausbildung oder auf eine berufliche Qualifikation ist. Und deshalb sollte Leuchtturm unbedingt weiterhin bestehen, auch der Ausbau von ‚Leuchtturm‘ wäre sinnvoll.

Lisa Luger:

„Ein zentrales Ergebnis unserer Forschung ist, dass bei ‚Leuchtturm‘ Chancengleichheit gegeben ist. Es bestehen keine Benachteiligungen in Bezug auf Sprache, Alter, Familienstand und Berufstätigkeit.“

Dominique Meyer:

„Besonders ist mir bei unserer Forschung aufgefallen, dass alle Teilnehmer/innen mit dem Angebot sehr zufrieden sind.“

Pressekontakt und Adresse:

Elmar Luger, Geschäftsführer DJW

6850 Dornbirn, Bildgasse 18

Tel.: +43 676 833064400

Mail: elmar.luger@dornbirn.at

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