Höhere Umsatzsteuer

Höhere Umsatzsteuer im Tourismus wäre für viele Betriebe fatal

Die heimische Gastronomie und Hotellerie wehrt sich entschieden gegen Pläne, dass im Zuge der Steuerreform die Umsatzsteuer in der Hotellerie und Gastronomie erhöht wird.

Von Peter Freiberger

Die Mehrwertsteuer beträgt in Österreich derzeit generell 20 Prozent. Freilich gibt es Bereiche, in denen ein ermäßigter Steuersatz von 10 Prozent gilt – zum Beispiel bei Restaurationsumsätzen sowie bei der Logis in Hotels und Pensionen.

„Dies würde für uns eine um 30 Prozent erhöhte Zahllast bedeuten.

Ursprünglich hatte die Regierung die Erhöhung dieses vergünstigten Satzes geplant, dann aber die Idee verworfen. Nun sind wieder ernst zu nehmende Meldungen aufgetaucht, wonach der Satz auf 13 Prozent angehoben würde.

Zahllast wäre um 30 Prozent höher

„Dies würde für uns eine um 30 Prozent erhöhte Zahllast bedeuten, was sich niemals auf die Preise umlegen ließe“, sagt Joschi Walch, Gastronom und Hotelier aus Zug.

Er zeigt sich außerdem sehr verwundert und enttäuscht von der Politik. „Wirtschaftsminister und Vizekanzler Mitterlehner hatte im Dezember bekanntgegeben, dass die Mehrwertsteuererhöhung nicht käme. Nun steht sie wieder auf der Agenda“, schüttelt er ungläubig den Kopf.

Walch verweist in dem Zusammenhang darauf, dass der Mehrwertsteuersatz für Logis in Österreich ohnehin bereits jetzt höher als in Nachbarländern sei. In der Schweiz betrage er nur 3,8 Prozent, in Deutschland und Frankreich jeweils 7 Prozent. Die EU empfehle 5,5 Prozent.

Verhinderung von Investitionen

Bereits in den vergangenen zehn Jahren sei der Preiselastizitätsindex in der Hotellerie lediglich bei 6 Prozent gelegen, während der Verbraucherpreisindex 22 Prozent betragen habe. Die Erhöhung der Mehrwertsteuer könne jedenfalls nicht umgelegt werden, Investitionen würden dadurch verhindert.

Nach Ansicht des Zuger Gastronomen müsse bei der Mehrwertsteuer ein umgekehrter Weg eingeschlagen werden, wie er in Deutschland vorexerziert worden ist. In Bayern gab es in der Folge nämlich einen Investitionsboom. Rund 1,4 Milliarden Euro wurden nach Senkung der Steuer investiert.

hans-peter-metzler-wirtschaftskammer-vorarlbergErhöhung für Betriebe nicht verkraftbar

„Eine Mehrwertsteuererhöhung würden die Betriebe nicht verkraften“, warnt Hans-Peter Metzler, Spartenobmann Tourismus in der WKV. „Natürlich würden die Unternehmer auch von Investitionen Abstand nehmen. Die Spirale würde sich insgesamt nach unten drehen“, so Metzler.

Eine Senkung der Mehrwertsteuer um fünf Prozent hingegen brächte – laut einer Studie – Nächtigungssteigerungen und zusätzliche Gästeausgaben. Für den Finanzminister wäre es ein Nullsummenspiel.

Kann nicht an Gast weitergegeben werden

Auch in der Gastronomie könne eine Mehrwertsteuererhöhung nicht an den Gast weitergegeben werden, betont Andrew Nussbaumer, Fachgruppenobmann Gas-tronomie in der WKV. „Eine höhere Steuer würde unserer aktuellen Qualitäts- und Wirtschaftsoffensive total entgegenlaufen“, warnt er. Der Unterschied zwischen dem, was ein Essen zuhause koste und dem Preis eines Essens in der Gastronomie würde viel zu groß werden.

Nussbaumer zeigt sich sehr enttäuscht von Finanzminister Schelling. „Der Minister hat stets von einem Ausgabenproblem gesprochen. Gleichzeitigt plant er offensichtlich die Erhöhung von Massensteuern“, schüttelt Nussbaumer ungläubig den Kopf. „Da habe ich jedes Vertrauen in den Minister und in die Politik verloren.“

BU: Wird die Mehrwertsteuer in Gastronomie und Hotellerie erhöht, bleiben wohl Gäste aus.

(Quelle: Wirtschaftskammer Vorarlberg)

 

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